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Genius Pro von Artillery

Das Gerät in bewegten Bildern und mit Tonspur


Zu kaufen gibt's den Artillery Genius Pro über meinen Affiliate-Partner zBanx.
Oder werft einen Blick auf die größere Version, den Artillery Sidewinder X2.
Durch den Kauf über die angegebenen Links unterstützt ihr HOITG, ohne dass euch dadurch Zusatzkosten entstehen - Danke!


Wie offen ist das Gerät?

Kategorie Bemerkung Info
Firmware Verwendet Marlin zur Ansteuerung, geänderter Quelltext ist veröffentlicht.
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Software Maschinendaten können mit gängiger Open Source Software zur Generierung von Gcode aufbereitet werden.
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Hardware Die meisten Bauteile sind sehr leicht zu ersetzen, gängige Schraubentypen, gängige Komponenten.
Lediglich die Glasplatte des Druckbetts ist mit der Druckbettheizung verklebt und kann nicht einzeln getauscht werden.
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Elektronik Hauptplatine verwendet einen gänigen STM32 Microcontroller.
Schrittmotortreiber sind auf der Platine aufgesteckt und können getauscht werden.
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Website Website des Herstellers bietet Firmware zum Download
Der geänderte Quellcode von Marlin ist direkt im Downloadbereich verlinkt.
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Patente Auf der Webseite von Artillery wird für die Befestigung der Führungsmutter der Z-Achse mit einem ausstehenden Patentantrag geworben.
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Das Gerät im Detail

Abbildung 1:
Mit den Abmessungen 43x39x59cm handelt es sich beim Genius Pro um einen eher kompakten 3D-Drucker, der auf der Werkbank oder dem Schreibtisch nicht allzu viel Platz einnimmt. Das Druckvolumen von 22x22x25cm ist für viele Projekte ausreichend groß.
Ein Filamentsensor ist vorhanden, womit der Druck automatisch pausiert wird, sollte der auf der Spule befindliche Plastikdraht mal ausgehen. Nach dem Filamentwechsel kann der Druck fortgesetzt werden. Auch nach einem Stromausfall kann der Druck fortgesetzt werden. Besonders beim Druck großer Objekte sind diese beiden Funktionen sehr sinnvoll.
Im Gegensatz zu so manchem Mitbewerber hält Artillery sich an die Vorgabe der Lizenz der verwendeten Firmware Marlin und verlinkt den Quellcode der abgeänderten Version direkt auf der Herstellerseite. Das ist vorbildlich und ganz im Sinne von "How Open Is This Gadget?".

Technische Daten

Kategorie Wert Bemerkung
Druckbereich 220x220x250mm  
Abmessungen 430x390x???mm Inklusive Filamentspule oben am Rahmen
Duckbettheizung Bis 130°C  
Hotend Bis 250°C  
Firmware Marlin  
Extras Filamentsensor
Druckfortsetzung nach Stromausfall
Druckdaten können über Micro SD-Karte oder USB Stick eingelesen werden.
 

Packungsinhalt

Abbildung 2:
Mit im Paket sind die Werkzeuge zur Montage der Bauteile sowie zum Tausch der 0.4mm Düse und zur Justierung der Mechanik. Die kurze Montageanleitung liegt in gedruckter Form bei und befindet sich ebenfalls auf dem mitgelieferten USB-Stick.

Montage

Abbildung 3:
Der Genius Pro wird fast vollständig montiert geliefert, lediglich Rahmen und Sockel müssen miteinander verschraubt und der Spulenhalter angebracht werden. Zur Verkabelung müssen verpolungssichere Stecker eingesteckt werden.

Mechanik

Abbildung 4:
Die Achsen werden längs von Aluprofilen mit Hilfe kugelgelagerter Kunststoffrollen geführt. Vorhandenes Spiel kann einfach durch Verdrehen einer Exzentermutter eliminiert werden. Die Riemenspannung der X- und Y-Achse kann über das Verschieben der Umlenkrollen an der X- und Y-Achse eingestellt werden.
Die beiden Spindeln der Z-Achse sind über einen Zahnriemen gekoppelt, womit die beiden Enden der X-Achse auch im ausgeschalteten Zustand nicht asynchron bewegt werden können.
Der Genius Pro verwendet einen Direktextruder. Der Extrudermotor schiebt das Filament mit einer Getriebeuntersetzung von 3:1 in Richtung Hotend. Der Extruder ist sauber aufgebaut und kann bei Bedarf relativ einfach zerlegt werden.

Elektronik

Abbildung 5:
Die im Sockel untergebrachte Elektronik ist sauber verlegt. Verwendung findet ein Netzteil mit einer Ausgangsspannung von 24V bei bis zu 8.5A, was etwa 200W entspricht.
Auf der Hauptplatine werkelt ein STM32F Mikroprozessor, auf dem die Open Source Firmware Marlin läuft. Die Schrittmotortreiber Typ TCM2208 sind aufgesteckt, können im Falle eines Falles also leicht ersetzt werden.
Der farbige Touchscreen besitzt eine Auflösung von 480x320 Pixel.
Zum Leveln des Druckbetts befindet sich ein Sensor mit einem ausfahrbaren Stift am Druckkopf. Dieser dient auch als Endschalter für die Z-Achse.
An der X- und Y-Achse sind elektronische Endschalter angebracht.


Testdrucke

Die G-Code und stl Dateien der Tests zum Genuis Pro gibt's als Download-Paket (9.3MB).

Abbildung 6:
Der erste Test besteht in der Prüfung der Level-Funktion. Gedruckt werden 16, über das Druckbett verteilte Scheiben mit einem Durchmesser von je 50mm. Die Schichthöhe beträgt 0.2mm, die Druckgeschwindigkeit ist auf 15mm/s gesetzt.
Mehr gibt's in den Details zum Testverfahren nachlesen.

Abbildung 7:
3D Benchy mit optimalen Einstellungen
Details zum Testverfahren.

Bei den folgenden Schnelldrucken der Benchy kommt es mit zunehmender Geschwindigkeit weniger darauf an zu sehen, was schlecht ist, sondern vielmehr, was noch gut gedruckt wird.
Details hierzu gibt's in dem Kapitel zum Testverfahren.

Abbildung 8:
3D Benchy mit 60mm/s
Details zum Testverfahren.

Abbildung 9:
3D Benchy mit 90mm/s
Details zum Testverfahren.

Abbildung 10:
3D Benchy mit 120mm/s
Details zum Testverfahren.

Abbildung 11:
Um große Objekte schnell zu drucken, muss möglichst viel Kunststoff pro Zeiteinheit extrudiert werden, was hier getestet wurde.
Schichthöhe: 0.4mm
Extrusionsweite: 0.7mm
A, F, K = 30mm/s
B, G, L = 60mm/s
C, H, M = 70mm/s
D, I, N = 80mm/s
E, J, O = 90mm/s
Wie die Ergebnisse erzielt wurden und auf was zu achten ist, steht in den Details zum Testverfahren.

Abbildung 12:
3D Benchy in Groß mit auf Geschwindigkeit getrimmten Einstellungen
Benchy auf 420% vergrößert (252x130x202mm)
Druckzeit: 12.5 Stunden
Details zum Testverfahren.

Modifikation

Abbildung 13:
Der Kunststoff-Pin des Sensors zum Vermessen des Druckbetts ragt auch im eingezogenen Zustand noch etwa 5mm aus dem Gehäuse heraus. Sollte sich während eines Druckes ein Objekt vom Druckbett lösen - was durchaus häufiger mal vorkommt - so besteht die Gefahr, dass dieser Pin daran hängen bleibt und abbricht (wer wie ich Glück hat, bei dem wird der Pin nur ein wenig krumm gebogen). Um das zu verhindern, habe ich einen kleinen Plastik-Ring gedruckt, der am unteren Ende des Sensors mit Sekundenkleber befestigt wird. Somit ist der Pin künftig geschützt. Die Unterkante des Plastikschutzes muss höher liegen als die Spitze der Düse! Das von mir gedruckte Teil ist im Download-Paket (9.3MB) zum Genius Pro enthalten.

Meine Einschätzung

Ein einfach handzuhabender, gut funktionierender 3D-Drucker, somit auch geeignet für Einsteiger in die Materie. Artillery beansprucht leider ein (ausstehendes) Patent auf die Befestigung der Führungsmutter der Z-Achse. Das klingt nicht nach viel, aber: Wer eine Maschine verkauft, deren Technologie zu 99% von anderen Maschinen kopiert ist, weil diese patentfrei entwickelt wurden, sollte nicht damit anfangen, das eine Prozent an Eigenleistung nur für sich zu beanspruchen!
Artillery verwendet beim Genius Pro die Open Source Firmware Marlin und hält sich hier vorblildlich daran, die vorgenommenen Änderungen ebenfalls der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen (geht doch!).
Neben Funktionen zum Bedienkomfort (Autoleveling, Touchscreen, USB und Micro SD-Kartenschacht) ist kein unnötiger Firlefanz verbaut.



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